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Officine Stampaggi Industriali
Im April 1960 gründen Luigi Segre (Ghia) und Arrigo Olivetti (Fergat) die Officine Stampaggi Industriali (O.S.I. SpA.).
Die Firma hat ihren Sitz in der Via Agostino da Montefeltro 8, direkt gegenüber dem Ghia Werksgelände. Die Initiative
dazu kommt von Ghia Chef Segre der für seine bis dahin überwiegend als Manufaktur tätige Firma auf der Suche nach
industriellen Produktionskapazitäten ist. Hauptaufgabe wird die Produktion von Kleinserien sowohl für die von Ghia
entwickelten Fahrzeuge, als auch für die anderer Auftraggeber. Damit ist Ghia einer der ersten Carrozziere in Italien
der den Schritt vom Handwerks- zum Industriebetrieb macht.
Das erste Firmen-Logo entwirft der damalige Ghia Chef-Designer Sergio Sartorelli.

Entwurfszeichnung des GHIA-OSI Geländes an der Via Agostino da Montefeltro
Die ersten Aufträge zur Fahrzeugproduktion kommen von Innocenti (Innocenti 950 Spider) sowie von Fiat mit den
Modellen Fiat 1300/1500 Familiare und dem Fiat 2300 Coupè. 1962 beschäftigt die OSI 645 Mitarbeiter und fertigt
etwa 50 Autos am Tag.

Montage Fiat 1300/1500 Familiare, OSI S.p.A. Anfang der 60er Jahre

Innocenti 950 Spider und Fiat 1300/ 1500 Familiare - Lackierstrasse in der OSI Fabrik, Anfang der 60er Jahre

Officine Stampaggi Industriali - Produktion des Innocenti 950 Spider, Anfang der 60er Jahre

Officine Stampaggi Industriali - Produktion des Fiat 2300 S Coupè, Anfang der 60er Jahre
Im Februar 1963 stirbt Segre überraschend im Alter von nur 44 Jahren während einer Operation und in der Folge geht
die OSI vollständig in den Besitz der Fergat S.p.A. über.
Mit dem neuen Geschäftsführer Giacomo Bianco erhält die OSI einen eigene Designabteilung im Turiner Vorort Borgaro.
Hier sind zeitweise bis zu 60 Miarbeiter in den Bereichen Design, Entwicklung, Konstruktion und Prototypenbau tätig.

Das Centro Stile in Borgaro. Im Hintergrund das halbfertige Modell des Ford OSI 20M TS Coupè
Auf dem Turiner Automobilsalon im Herbst 1963 stellt die OSI erstmals ein Fahrzeug unter eigenem Namen vor – den
von Giovanni Michelotti entworfenen OSI 1200S Spider auf Basis der Fiat 1100D Limousine.In den folgenden Jahren
werden zahlreiche Prototypen und Kleinserien produziert und die Firma baut ihre Kapazitäten kontinuierlich aus.
1965 arbeiten bereits 1.000 Mitarbeiter im 3-Schicht Betrieb und die tägliche Fahrzeugproduktion beträgt 120 Autos,
wovon allein 60 Stück auf den Ford Anglia Torino entfallen.

Produktion des Ford Anglia Torino - OSI S.p.A. Mitte der 60er Jahre
1966 erweitert die OSI ihr Gelände noch einmal um 2 Gebäude und die Mitarbeiterzahl ist mittlerweile auf 2.000
angewachsen. Die OSI beschäftigt sich in dieser Zeit auch immer wieder mit Alternativen zu den herkömmlichen
Stahl-Karosserien. So entstehen verschiedene Prototypen mit Aluminium oder Fiberglas-Karosserien sowie im Zuge
einer Zusammenarbeit mit Alpine und Marbon Chemical ein Modell aus vakuumformbaren Kunststoff (ABS). Mit dem
Ende der Produktion des Ford Anglia Torino und des Innocenti Spider geht die Tagesproduktion und die
Zahl der
Mitarbeiter deutlich zurück, da Folgeaufträge in vergleichbarer Größenordnung fehlen.
Der Turiner Automobilsalon 1967 wird der letzte Auftritt der OSI als Automobilhersteller.

Der fertige Prototyp des Ford OSI 20M TS Coupè im OSI Centro Stile
Im November 1967 schließt die OSI das Centro-Stile. OSI Chef-Designer Sartorelli und mit ihm viele Mitarbeiter des
Design Büros nehmen ein neues Engagement bei Fiat an, andere gehen zurück zu Ghia oder machen sich selbstständig.
1968 entscheiden die Eigner der OSI sich ganz aus dem Automobilbau zurückzuziehen. Die Firma arbeitet fortan als
Presswerk für die Automobil-Zulieferindustrie und beschäftigt sich mit der Planung und Ausrüstung neuer Presswerke
innerhalb der Magnetto-Gruppe, zu der auch die Fergat gehört.
OSI im April 2006

Haupteingang der OSI S.p.A. - Via Agostino da Montefeltro 8 im April 2006
Das Gelände der OSI steht offensichtlich schon seit etlichen Jahren leer und leidet entsprechend unter den Einflüssen
von Wind, Wetter und Vandalismus. Ein Teil der Gebäude wird von Mietern genutzt, die entsprechend große Flächen
benötigen, wie z.B. ein Fitness Studio und eine Discothek
OSI im Mai 2009

OSI 1200S Spider vor dem ehemaligen Haupteingang der OSI S.p.A., Via Agostino da Montefeltro 8, Mai 2009
Das Ghia-OSI Gelände verfällt zusehends. Im Vergleich zu meinem Besuch von vor 3 Jahren sind deutlich mehr
Fensterscheiben zu Bruch gegangen und im Inneren der Fabrikhalle haben sich bereits zahlreiche Graffitti-Künstler
verewigt.

Blick in die Produktionshalle der OSI S.p.A., Via Agostino da Montefeltro 8, Mai 2009
Der Stadtrat hat mittlerweile entschieden das Gelände der Ghia-OSI neu zu entwickeln. Es ist geplant das Areal großenteils
abzureissen aber einen Teil der Fabrikgebäude zu erhalten. Die Neubebauung des Geländes mit einer Größe von 51.000 qm
wird Wohn- und Bürohäuser, Fußgängerbereiche, Läden und Geschäfte enthalten. Die Verkehrsführung wird entsprechend
den neuen Gegebenheiten geändert.

Vorschlag für die Neuentwicklung des Ghia-OSI Geländes am Corso Dante - Modell und Zeichnung
GHIA-OSI im April 2010
Für die Bebauung des Ghia Geländes ist schon eine Entscheidung gefällt worden. Ein Architektur Büro aus Bologna
hat den Wettbewerb zur Neugestaltung gewonnen. Auf dem Gelände entsteht auf einer Fläche von 12.700 Quadratmetern
das neue European Institute of Design.

(Zeichnung: Mario Cucinella Architects)

Gestaltung und Programmierung:
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